ein entspannter Hund - wer wünscht sich ihn nicht ??

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Ruhebedürfnis der Hunde - ziemlich unterschätzt!

 

Das Ruhebedürfnis der Hunde

© Sonja Hoegen

Hunde sind wie Katzen. Sie brauchen genau soviel Schlaf. Sie sind sich genetisch sehr ähnlich. Nur ziehen sich Katzen - selbstständig wie sie sind - zurück, wenn sie Ruhe brauchen. Hunde tun das oft nicht. Auch besonders unabhängige Rassen wie Shiba Inu, Laika oder Kangal nehmen sich nicht den Schlaf, den sie bräuchten. Außer, sie haben gelernt, darauf zu bestehen. Oder sie leben nicht mit Menschen zusammen. Verwilderte Haushunde in Italien und Spanien beispielsweise leben mit einem gesunden Ruhe-Rhythmus.

Das Erkennen des Ruhebedürfnisses ist noch angeboren. Das Beharren darauf allerdings nicht mehr. Haushunde wurden dazu gezüchtet, stets einsatzbereit und willig zu sein. Sehr deutlich ist dies bei den logischerweise am meisten benutzten Rassen: Golden Retriever, Jack Russell Terrier, Deutscher Schäferhund, Border Collie, etc. Diese Hunde sagen selten: "Ich will nicht mitmachen." Mit der Förderung dieser "Ich bin dabei"-Eigenschaft hat sich der Mensch einen Gefallen getan - und auch wieder nicht. Dem Hund übrigens auch nicht.

Schlaf und Ruhe sind lebenswichtig. Im Schlaf werden die Geschehnisse der Tage verarbeitet. Darum haben Hunde - wie auch Menschen - nach einem außergewöhnlich anstrengenden Tag einen tiefen oder unruhigen Schlaf, je nachdem ob der Tag körperlich oder geistig anstrengend war. Das Ruhebedürfnis von Menschen und dessen Unterschreitung wurde erst an Mäusen, dann an Hunden und schließlich an Menschen untersucht. Alle zeigten die gleiche Entwicklung (was ironisch ist, denn Humanforscher ziehen gerne den Hund heran, um Ergebnisse für den Menschen zu erhalten. Vielen Kynologen wiederum ist der Mensch-Hund-Vergleich verhasst. Sie fürchten die Vermenschlichung des Hundes. Die Ableitung Hund-Mensch ist also in Ordnung, die Ableitung Mensch-Hund aber nicht?). Im ersten Stadium des Schlafentzugs wurden die Hunde überdreht. Im Zweiten unkonzentriert, grobmotorisch und fahrig. Im Dritten nervös und schnell reizbar. Im Vierten aggressiv und kränklich. Im fünften Stadium erkrankten sie schwer und / oder chronisch.

Im Lauf der Trainingsjahre hat sich dabei folgendes gezeigt. Retriever-Rassen verharren nicht allzu lange oder deutlich im Stadium der Aggression. Sie werden schneller chronisch krank, leiden zum Beispiel an Hautkrankheiten, da Schlafmangel das Immunsystem schwächt. Terrier-Rassen hingegen sind länger und auffälliger aggressiv, und fallen erst nach vergleichsweise langer Zeit in das Stadium der schweren Krankheit. Aggression ist kein schlechtes Benehmen. Sie ist eine Warnung, ein deutliches Zeichen, dass der Hund überfordert ist. Es gilt, spätestens in diesem Stadium einzugreifen, bevor irreparable körperliche Schäden eintreten.

Viele Krankheiten können mit Überforderung in Zusammenhang gebracht werden, da Stress den Körper in seiner Gesamtheit schwächt. Krebs, Allergien, Organversagen und neurale Störungen werden auch beim Menschen durch Überforderung (mit-)verursacht.

Talawelpe

Wie viel Schlaf und Ruhe braucht also ein Hund?

Erwachsene Hunde: 17 bis 20 Stunden.

Welpen, Senioren und Kranke: 20 bis 22 Stunden. Eben wie Katzen. Dazu zählt auch das gemeinsame Rumhängen vor dem Fernseher.

Manchmal sagen Kunden darauf, dass ihr Hund aber nicht von selbst so viel schliefe. Nun, es muss ihm natürlich beigebracht werden, da Hunden, wie schon vorher erwähnt, das Einhalten des natürlichen Ruhebedürfnisses abgezüchtet wurde. Ein Ritual der Ruhe sollte etabliert werden. Manche Hunde sind so daran gewöhnt, immer in Aktion zu sein, dass sein Mensch sich anfangs mit ihm hinlegen muss.

Ein Nickerchen ist angebracht. Kein schlechtes Gewissen, wenn sich der Hund an seinen Menschen drückt, und die Ohren über die Augen klappt. Schlafende Hunde soll man nicht wecken.

© Sonja Hoegen, hundeschule dogcom und Aktion Schnüffelgärten


 

 

Stress bei Hunden – ein Thema, das immer mehr an Bedeutung gewinnt.

 

Stress beeinflusst nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Hunden die Lern- und Konzentrationsfähigkeit erheblich und kann sogar zu Verhaltensauffälligkeiten und Krankheiten führen.

Stress ist generell die Diskrepanz zwischen spezifischen Anforderungen an einen Organismus und dessen subjektiven Bewältigungsverhaltens.

Einfach gesagt: Stress ist, wenn’s zuviel wird! Dabei ist es letztlich egal, ob es sich um negativ behafteten oder positiven Stress handelt.

Welche Stressfaktoren gibt es?

Äußere Stressoren werden über die Sinnesorgane wahrgenommen, also über Augen, Ohren, Nase und Berührungen/Schmerz und können zur Reizüberflutung führen. Die Nichterfüllung primärer Bedürfnisse wie z.B. von Durst, Hunger, Harndrang verursacht massiven Stress.

Leistungsbedingte Stressoren, also z.B. Erwartungsdruck beim Turnier oder einfach die Erwartungshaltung des Frauchens/Herrchens, dass der Hund sich „gut benehmen“ soll, können den Hund so belasten, dass dann letztlich gar nichts mehr geht.

In den Bereich sozialer Stressoren fallen z.B. Situationen, in denen der Mensch spürbar unzufrieden mit seinem Hund ist oder wenn der Hund aus unserem Lebensbereich ausgegrenzt wird.
Permanente Konflikte im Haushalt bzw. in einer Partnerschaft oder Angst bereiten dem Hund psychischen Stress.
Und letztlich gibt es noch die sog. inneren Stressoren, darunter fallen Stresssituationen, die aus Krankheiten (akut oder chronisch), Behinderungen oder Schmerzen des Hundes resultieren.

 

Einige Symptome, die darauf schließen lassen, dass der Hund gestresst ist:

      • Hecheln, Nervosität, Ruhelosigkeit, Überreaktionen durch erniedrigte Reizschwelle treten besonders  bei angstbedingtem Stress auf, z.B. bei Gewitter
      • Tropfende Nase
      • Schweißige Pfoten
      • der Hund zeigt Beschwichtigungssignale  
      • es kommt zu häufigerem Absetzen von Kot und Urin (vgl. Adrenalinausschüttung)  
      • stressmotiviertes Aufreiten
      • Sträuben des Nackenfells
      • Verhärtete Muskulatur
      • Zittern
      • Um-Sich-Schnappen
      • Weit geöffnete Augen, flackernder Blick
      • In die Leine beißen
      • Stereotypisches Verhalten wie Schwanz hinterher jagen oder sich im Kreis drehen, hin und her laufen
      • Vergesslichkeit und schlechte Konzentration
      • Übersprungshandlung
      • Große Passivität eines eher lebhaften Hundes
      • Fixierung von Objekten, die den Hund reizen
      • extremes Wedeln
      • Penis ausschachten
      • Zähne klappern
      • erhöhte Aggressivität und Angst
      • keine Leckerlis nehmen

      außerdem:

      • der Hund neigt zu Allergien, plötzlichem Haarausfall, Schuppen
      • schüttelt sich sehr häufig  
      • Zerstörungswut und Dauerbellen wirken auf den Hund beruhigend, da sowohl beim Kauen, als auch beim Bellen sogenannte Endorphine (endogene Morphine) freigesetzt werden, die schmerzstillende, beruhigende Wirkung haben  
      •  manche Hunde entwickeln unangenehmen Körper- oder Maulgeruch
      • Veränderter Sexualzyklus bei Hündinnen
      • Magenprobleme, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit , Freßsucht 
      • übertriebene Körperpflege bis hin zum Wundlecken (besonders an den Extremitäten, der Rute und im Genitalbereich) resultiert oft aus zu wenig Sozialkontakten bzw. mangelnder Beschäftigung  

      Nimmt man diese Symptome an seinem Hund wahr, muss man auf jeden Fall den Gesamtzusammenhang betrachten, denn natürlich kann ein nicht gestresster Hund auch einfach hecheln, weil es heiß ist, oder Kot und Harn absetzen, weil er einfach gerade mal muss.

      Man sollte beobachten, unter welchen Bedingungen das Symptom auftritt, wie häufig es auftritt und ob der Hund verschiedene Symptome gleichzeitig oder hintereinander zeigt.


      Welche stressauslösenden Faktoren gibt es?

      • Krankheiten stressen, da sie die Leistungsfähigkeit und die Sinnesempfindungen beeinträchtigen; besonderen Stress lösen Schmerzen und chronische Erkrankungen aus
         
      • Erwartungsunsicherheit stresst, da der Hund von seinem Menschen unsichere und unklare Signale oder Kommandos erhält und nicht weiß, wie er sich verhalten soll – also bitte immer zuerst denken und dann 1 klares Kommando (=1Wort) in Ruhe geben
         
      • Hundesport kann stressen, wenn der Leistungsdruck aufgrund des Ehrgeizes des Hundeführers zu hoch wird; der Hund kann Versagensängste zeigen; auch die körperliche Belastung und das „Hochpushen“ durch schnelles Rennen (Agility) sind Stress pur!

      Hunde brauchen u.U. 2-3 Tage, bis sie den Streß z.B. einer Ausstellung verarbeitet haben. Geht's am nächsten Tage direkt wieder weiter mit Agility o.ä., kann das für den Hund auf die Dauer extrem stressig werden, weil ihm die Ruhephasen zwischen den Aktionen nicht gewährt werden.

      In die gleiche Kategorie fallen auch Ball- bzw. Rennspiele – mit „nervösen“ Hunde sollte man besser Nasenarbeit machen, kommunikatives Spazierengehen praktizieren, Versteck- bzw. Suchspiele (Dinge verstecken) veranstalten, und es gibt auch tolles interaktives Hundespielzeug, wie z.B. Domino (dogbrick) oder Solitär (dogsmart), das intelligenzfördernd und beruhigend wirkt und den Hund geistig angenehm müde macht.

       

        Tala

      stressauslösenden Faktoren

      • Hunger, Durst.
      • Hitze/Kälte.
      • Innere Konflikte: ich kann nur eines machen, was soll ich nun tun? Z.B. Hund wird am Gang gerufen, der zweite Hund liegt aber am Weg zwischen dem Besitzer und dem gerufenen Hund und kaut gerade an einem Knochen. Konflikt für den gerufenen Hund: ich muss zu meiner Bezugsperson, ich darf dem anderen Hund jetzt nicht zu nahe kommen…
      • Ungewissheit, unberechenbare Bezugspersonen, Artgenossen.
      • Stimmungsübertragung: andere Leute oder Hunde der Umgebung sind gestresst.
      • Zu wenig Schlaf, Störungen des Schlafes, zu wenig Zeit um sich zu Entspannen, zu viel Aktivität, häufiges oder langes Spiel, Kinder im Haus ohne Rückzugsmöglichkeit für den Hund/zu wenig Aktivität ist bei einem Hund, der mit der Familie lebt nie als Stressauslöser aufgetaucht, kann aber bei Kettenhunden oder Hunden in Zwingern der Fall sein.
      • Gewitter, Lärm, Angst auslösende Dinge, Bedrohliches (z.B. über den Hund beugen, frontal aufeinander zugehen, etc.).
      • Trennung vom Rudel, von Personen die man liebt, nicht zu Menschen oder Hunden können, die man kennt, alleine bleiben (zu lange, nicht daran gewöhnt), weggesperrt werden.
      • Sich nicht lösen können.
      • Zu viele Leute, fremde Leute (Besucher, Begegnungen draußen), Menschenmassen, volle U-Bahnen.
      • Enger Raum, zu wenig Platz, kein Raum um auszuweichen.
      • Ungewohnte Dinge (Lift fahren, U-Bahn fahren, Auto fahren).
      • Angeschrien werden, an der Leine reißen, Streitigkeiten in der Familie oder mit anderen Tieren.
      • Befürchtungen nicht mitkommen zu dürfen (z.B. beim Urlaubstasche packen).
      • Kommunikationsprobleme mit Katzen, Hunden, Menschen, etc.
      • Situationen mit denen man nicht umgehen kann, Ungewissheit, Überforderung.
      • Prüfungen, Ausstellungen, Turniere.
      • Zu wildes, langes Spiel mit anderen Hunden, Welpenstunden, Trainingsklassen.
      • Umzug, Reisen.
      • Erwartungsdruck, zu hohe Erwartungen, dauernd Erwartungen, die man zu erfüllen hat.
      • Druck bei der Ausbildung, z.B. beim Sitz am Halsband hochziehen und gleichzeitig hinten hinunterdrücken.
      • Ungewollte Berührungen.
      • Neue Personen in der Familie, Verlust von geliebten Personen.
      • Krankheit, Schmerzen.
      • Strafen.
      • Tierarzt.
      • Unerwartete Veränderungen im Tagesablauf.
      • Wildfährten.

       

      Was kann man tun, wenn der Hund offensichtlich Stress hat?


      Zur Stressvermeidung gibt es leider kein Patentrezept.
      Wenn ein Hund Stressverhalten zeigt, muss die Situation genau analysiert werden, denn oft hat das „Stressverhalten“ nicht direkt etwas mit der auslösenden Situation zu tun. Eine alleinige Therapie der Symptome ist meist nicht die Lösung, sondern verschlimmert das Problem oft noch. Stellt man z.B. bei exzessivem Bellen, das aus einer unbekannten Stresssituation heraus geschieht, einfach nur das Symptom, also das Bellen ab, kann der Hund etwa beginnen, sich selbst zu zerstören und sich blutig beißen. Man sollte sich also immer fragen, wann hat das unerwünschte Verhalten begonnen und welche Veränderungen oder Ereignisse haben davor oder zu dieser Zeit stattgefunden, um dann wirklich die Situation für den Hund zu entschärfen, den Stress abzubauen und das Hundeleben wieder erträglich und erfreulich zu gestalten.


       

Rico

 

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