Erste Hilfe für den Hund

Die folgenden Seiten geben nur ein Überblick für einen eventuell eintretenden Notfall. Diese Informationen können und dürfen keinesfalls die Konsultation eines Tierarztes, die Diagnose durch einen Tierarzt und die Behandlung durch einen Tierarzt ersetzen. Viel Tierärzte und Hundevereine bieten "Erste Hilfe Kurse" an. Fragen Sie Ihren Tierarzt.

 

Erste Hilfe beim Hund
Auszug aus "Erste Hilfe beim Hund"
Quelle: Tierklinik Dr. Grammel

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Kurzgefasster Ratgeber für den Notfall

Atmung: 10 bis 30 Atemzüge pro Minute
Körpertemperatur: 37,5 bis 39,0 ° Celsius
Puls: 70 bis 120 Pulsschläge pro Minute
Kapilläre Rückfüllungszeit: 1 bis 2 Sekunden (Mundschleimhaut)

Lokale Verbrennungen

Betroffene Körperstelle sofort unter fließend kalten Wasser einige Minuten (10- 15min) kühlen.
Nicht auf der Wunde reiben.
Legen Sie einen Eisbeutel oder Kühlakku auf die Wunde (kein direkter Hautkontakt - Erfrierungsgefahr)
Tupfen Sie die Verletzung mit einem sterilen Tupfer oder sauberen Stoff (keine Watte) trocken
Verhindern Sie ein Lecken des Tieres an der Wunde
Abhängig vom Schweregrad und Ausmaß (spätestens ab zweiten Grad) sollte ein Tierarzt aufgesucht werden
Verwenden sie KEINE Salben, Öle oder Butter und stechen sie die Brandblasen NICHT auf!

Bissverletzung

Große Infektionsgefahr durch Eindringen von Bakterien;
tiefe Fleischwunden, starke Blutung, Knochenverletzungen.
Aufgrund möglicher Infektion sollen Bissverletzungen fachgerechte versorgt werden. (innerhalb von 4 - 6 Stunden)
bis dahin die Wunde desinfizieren, sauberer, nicht einschnürender Verband bei blutenden Wunden und offenen Knochenverletzungen.

Unfall / Schock

Verletzungen und/oder Verdacht auf innere Verletzungen.
Tiere ruhig lagern!
Vorsicht, verletzte Tiere machen Abwehrbewegungen: Biss- und Kratzgefahr; legen Sie eine Maulschlinge an.
Blutstillung durch Verband
Transport: Decke unterbreiten, vorsichtig heben und legen. Freie Atmung ermöglichen.
Trägt man einen Hund auf dem Arm greift man, je nach Sitz seiner Verletzung vor der Brust (oder zwischen den Vorderbeinen) und hinter den Hintergliedmaßen (besser nicht unter dem Bauch). Die verletzte Seite sollt i.d.R. nicht an den eigenen Körper gedrückt werden.

Vergiftung

Symptome:
Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Bewusstlosigkeit, event. Blutungen aus den Körperöffnungen.
Erste Hilfe:
Wenn möglich Feststellung des Giftes: Packungen aufheben sofort zum Tierarzt!
Tierkohle eingeben oder Salzwasser zum Erbrechen (nach Rücksprache mit dem Tierarzt).

Augen

Symptome:
Blinzeln oder geschlossenes Auge;
Lichtscheue;
wässriger bis schleimiger Augenausfluss;
Lidschwellung, starke Rotfärbung der Bindehaut, graublaue Verfärbung der Hornhaut; Fremdkörper (Granne);
Augapfelvorfall
Erste Hilfe:
Verringerung des Lichteinfalls;
kalte Kompressen;
sichtbare Fremdkörper, wenn leicht entfernbar, herausnehmen;
möglichst bald den Tierarzt aufsuchen! (auch wenn Fremdkörper entfernt, wegen möglicher unsichtbarer Hornhautverletzung).

Akuter Durchfall

Symptome:
wässriger Kot, gelbbraun, eventuell blutig, vermehrter Kotabsatz, Apathie
Erste Hilfe:
Nicht füttern! Als Flüssigkeit leichten Tee oder Elektrolytlösung anbieten;
Den Hund warm halten; keine Arzneimittel eingeben;
mit Kotprobe zum Tierarzt.

Erbrechen, Speichelfluss

Symptome:
Würgen, Erbrechen von Futter und Schleim oder weißem Schaum,
heftige Pfotenbewegungen zum Mund - eventuell Fremdkörper im Maul?
Erste Hilfe:
kein Futter oder wasser anbieten!
Bei wiederholtem Erbrechen: Verdacht auf Fremdkörper, Entzündungen oder Infektionskrankheiten; unbedingt den Tierarzt aufsuchen! Rasch starker Flüssigkeitsverlust!

Insektenstiche

Symptome:
Schwellungen an den Lippen und im Kopfbereich,
Nesselausschlag, Atemnot
Erste Hilfe:
Stachel entfernen, Einstich mit Eiswasserkompressen kühlen;
möglichst bald den Tierarzt aufsuchen - Erstickungsgefahr!

Krampfanfälle

Symptome:
gekrümmte Körperhaltung, Muskel-Zittern, eventuell Speichelfluss,
Bewegungsstörungen, eventuell Bewusstlosigkeit.
Erste Hilfe:
Auf die Seite legen; nichts eingeben!
Transport: weiche Decke unterbreiten.
Bei Bewusstlosigkeit Zunge weit herausziehen.

Ohrenschmerzen

Symptome:
Kopfschütteln, Kratzbewegungen mit den Pfoten, eventuell Gleichgewichtsstörungen; plötzlich auftretendes Kopfschütteln: wahrscheinlich für Fremdkörper im Ohr
Erste Hilfe:
Nichts in den Gehörgang einbringen, da der Fremdkörper tiefer eindringen kann,
es besteht die Gefahr der Trommelfellperforation - deshalb sofort zum Tierarzt.

Wärmestau oder Hitzschlag

Symptome:
starkes Hecheln, Krämpfe bis zur Bewusstlosigkeit, hochrote Schleimhäute, hohe Körpertemperatur.
Erste Hilfe:
Für Kühlung sorgen -Schatten!!! Sofort zum Tierarzt

Zeckenbiss

Symptome:
Festsitzende Zecke, Rötung der Bissstelle.
Erste Hilfe:
Mit der Zeckenzange die Zecke entfernen. Bissstelle desinfizieren.
Bleibt die Rötung: Tierarzt aufsuchen!

Magendrehung/- überladung

Die Magendrehung ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die in wenigen Stunden zum Tode des Hundes führen kann. Der Hund muss sofort zum Tierarzt gebracht werden.
Magendrehungen entstehen meist einige Stunden nach dem Füttern. Durch unglückliche Bewegungen kann sich der Magen drehen. Hierbei werden Mageneingang und -ausgang abgeschnürt, wobei es durch im Magen vorgehende Verdauungsprozesse (Gärung) zu einer Aufgasung des Magens kommt. Durch die Drehung werden auch die Blutgefäße, die den Magen, die Milz, sowie Teile des Dünndarmes versorgen, abgeschnürt, was zu einer dramatischen Verschlechterung der Kreislaufsituation führt.
Vorwiegend sind große Hunderassen betroffen (Deutscher Schäferhund, Dogge, Berner Sennenhunde)

Anzeichen

  • Plötzliches Aufblähen des Magens
  • Der Hund ist anfänglich sehr unruhig, hat starke Schmerzen, speichelt viel und versucht erfolglos zu erbrechen, würgt.
  • Der Bauchumfang nimmt ständig zu. 
  • Klopft man auf die Bauchwand, hört es sich an wie eine Trommel.
  • Der Hund leidet unter Atemnot.
  • Es kommt zu einem Kreislaufversagen, der Hund wirkt sehr abgeschlagen und bewegt sich nicht mehr

Vorbeugen einer Magendrehung

  • Den Hund 3- 4 mal täglich füttern.
  • Anfällige Rassen sollten Sie nur eingeweichtes Trockenfutter oder Feuchtfutter füttern. 
  • Nach dem Fressen Aufregung und große Anstrengungen vermeiden (lange Spaziergänge).

Magenüberladung

Bei der Magenüberladung kommt es durch Verdauungsprozesse im Magen zu einer Aufgasung des Magens. Gebildete Gase werden über Darm und Speiseröhre nur unzureichend abgeleitet. Der Hund kann zwar durch Erbrechen des Mageninhaltes seine Situation verbessern, sollte aber bei geringsten Anzeichen einer Umfangsvermehrung des Bauches einem Tierarzt vorgestellt werden, da eine Magendrehung nicht ausgeschlossen werden kann.

 

 

 

 

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